Startseite
Unser Hafen
Mitgliedschaft
Führerschein
Reiseberichte
Fotogalerie
Historie
Freunde & Förderer
Termine

 



 

Km 687,5 LU Einfahrt zum Rheinauhafen Köln. Die Durchfahrtshöhe der Brücke ist 8,20 m minus Kölner Pegel.

  Kölner Pegel
Informationen zu Köln
Kontakt
Impressum

 

Abenteuer Türkei 2007 / 2008 - Die Rückreise

 

Präsident K.W. Müller und Vizepräsident Jürgen Broich vom K A M C ( Kölner Autbord und Motorjacht Club ) starten zu ihrer Rückreise nach Köln.

1. Etappe

13.03.08

Voller Optimismus sind wir nach langer Winterzeit wieder in Kusadasi angekommen, um meine schöne Atlantic 444 sowie die 31 Jahre alte Powles 36 von K.W. für die Rückreise nach Köln zu übernehmen. Dank unseres tüchtigen Service-Manns Erkan (Kusadasi Yachtservice) finden wir unsere Boote, die 11m Liberty und die 14m Summer Breeze, in einem sehr guten Zustand wieder.
Die Liberty hat über Winter eine neue Lackierung sowie eine neue Persenning bekommen und die Motoren sind prima überholt worden (31 Jahre alte Ford Motoren).
Nun hält uns nichts mehr auf, unsere Heimreise am 16.03.08 in Richtung Insel Samos zu beginnen. Zuerst steuern wir die neue Marina in Pythagoreion zum tanken an. Da aber nicht genug Diesel vorrätig ist, wird ein Tankwagen angefordert. Der hat wiederum einen zu großen Tankhahn, der nicht in unseren Tankstutzen passt. Doch irgendwie bekommen wir unsere 2000 Liter Diesel dann doch und fahren die Ecke herum in den alten Fischerhafen.
Dort angekommen drückt uns schon ein starker Wind mit harten und kurzen Wellen gegen die Mole, so dass bei diesem Krach an Schlaf nicht zu denken ist.

17.03.08

Wir lassen uns aber nicht entmutigen und so fahren wir am nächsten Tag in Richtung Insel Ikaria. Um dem sehr starken Wind (7 Bf. aus Süd) zu entgehen, umfahren wir die Insel an der Nordseite. Hier werden wir aber mit bis zu 70 km/h schnellen Fallwinden eingedeckt. Windrosen bauen sich vor uns auf, so dass wir denken, unsere Persenning wird zerrissen. In Evdilos angekommen werden wir von einer schönen neuen Mole, die bereits kurz nach dem Bau wieder auseinander gebrochen ist, begrüßt wobei auch noch der zum Bau gehörende Kranwagen verrostet im Wasser liegt. Wirklich schade für diese schöne Bucht! Mykonos steht als nächstes an.

18.03.08

Auch die Überfahrt nach Mykonos steht im Zeichen von 5-7 Bf. In Mykonos müssen wir wegen Sturm den ersten Nothalt machen. Insel und Stadt sind wirklich sehenswert, aber für Segler oder Motoryachten gibt es auch in dem immer noch nicht fertigen neuen Hafen kaum Möglichkeiten, vernünftig irgendwo anzulegen.

 

20.03.08

Endlich haben wir einmal ruhiges Wasser und so fahren wir in Richtung Insel Kea. Leider setzt sich die Reihenfolge der unschönen, kaputten oder schlechten Anlegemöglichkeiten auch hier fort. Die Insel selbst ist sehr sehenswert. Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein, seit der Löwe von Kea 600 v. Chr. von einem unbekannten Künstler aus dem Fels gemeißelt wurde.

21.03.08

Da man uns vor Athen gewarnt hat, steuern wir die Wochenendurlaubsinsel der Athener, die Insel Aigina, an. Es regnet und stürmt bei der Ankunft. Der kleine Yachthafen ist belegt. Der Hafenmeister schickt uns über Funk zum Fischereihafen. Hier sitzt zwar der Hafenmeister hinter einem Fenster und beobachtet uns. Gleichwohl müssen wir rätseln, wo wir anlegen können. Keiner hilft uns.

 

22.03.08

Am nächsten Tag verlassen wir Aigina und fahren durch den wunder-
schönen Golf von Athen in Richtung Kanal von Korinth. Wir fühlen uns
in die griechische Mythologie zurückversetzt und an Odysseus erinnert. Wir befahren den Kanal von Korinth, ein Wunderwerk der Römer.
Damals wurden die Boote auf Planken durch den Kanal gezogen. Auch
er ist dem Zerfall überlassen. Im Kassieren sind die Griechen jedoch Spitze.

256€ für die Summer Breeze als Preis für die Passage ist schon unverschämt. Direkt hinter dem Kanal fahren wir in den Hafen von Korinth, wo sich die Misere des Anlegens fortsetzt. Wir haben Glück, eine winzig kleine Ecke zu finden, wo wir als Päckchen liegen konnten. Das Einzige, womit wir verwöhnt wurden, waren unsere Gefühle, als wir an dem Ort standen, wo im antiken Korinth schon vor 3000 Jahren Menschen lebten, deren Geschichte man somit nur aus dem Schulunterricht kennt.

23.03.08

Auf dem Weg nach Ithaka machen wir einen Stopp auf der Insel Nisis Trizonia. In einer wunderschönen Bucht mit sehr netten Menschen wieder eine heruntergekommene Marina. Danach machen wir einen Abstecher zur antiken Stadt Navpaktos und fahren in den antiken Hafen. Als wir bei ganz ruhiger See die riesige Brücke über den Golf von Korinth passiert haben, erwischt es uns fürchterlich.

Innerhalb von 10 Min. haben wir einen Sturm, der Anfangs bei 8 Bf. und im Laufe der nächsten Stunde auf 10 Bf. steigt. Wir brauchen für die 15km bis zum rettenden Hafen von Patras eine Stunde. Zwei Mann helfen mir, mit der Summer Breeze am Gästesteiger anzulegen. Gäste, nicht der Hafenmeister! Der sieht uns von seinem Bürofenster nur zu. Ich lege sechs Leinen und zwei Mooringleinen an. Da der Wind weiter zunimmt, kann ich mich nur noch auf Knien über den Steg bewegen. Die Liberty hat bei diesem Wetter auch noch das Pech, dass genau in der Hafeneinfahrt ein Bowdenzug reißt und sie nur noch mit einer Maschine fahren kann. Nach langem hin und her und Ankerwerfen und kreuz und quer Leinen legen, bekommen wir auch sie endlich festgelegt. Das Unglück der Summer Breeze beginnt aber erst richtig in der folgenden Nacht:

Die Böen, die immer stärker werden, schieben gut zwei Meter Wellen über die Schutzmauer direkt auf die Querseite des Schiffes. In dieser Nacht hängt der Steg, nach dem ich bereits drei gerissene Leinen neu verlegt habe im 45° Winkel an meinem Boot und die Klampen ächzten verdächtig. Zum ersten Mal habe ich den Gedanken, dass hier unsere Reise im Hafen zu Ende sein könnte. Es dauert lange 36 Stunden, bis der Spuk dann endlich zu Ende ist.

Erst jetzt kann ich mich ein wenig ausruhen. Alles sieht dann wieder aus, als wenn nichts gewesen wäre.

28.03.08

Durch den tagelangen Zwangsaufenthalt kommt unser Reiseplan
etwas in Verzug, sodass wir Ithaka links liegen lassen und bei der ruhigen See direkt auf Levkas zusteuern. Hier finden wir die erste
gut geführte Marina mit jeglichem Service vor. Unser Ziel der ersten Rückreiseetappe sollte eigentlich Korfu sein.

 

Dort angekommen ( in der Marina Gouvia stehen 1200 Schiffe) merken wir aber schnell, dass trotz der großartigen Installation niemand da war, dem wir die Schiffe anvertrauen konnten. Der Pförtner ist sogar außer Stande, uns ein Taxi zu besorgen. Nach Korfu Stadt sind es immerhin 7km. Hier wollen wir dann doch nicht unsere Boote 4 Wochen liegen lassen und beschließen, am nächsten Morgen in der Frühe den Sprung nach Italien zu wagen.

 

30.03.08

Gesagt, getan. Wir kommen keine 30 sm weit und müssen schon
wieder wegen einer Sturmwarnung umkehren. Auf der Insel Erikousa finden wir eine geeignete Bucht zum Schutz gegen den Sturm. Das Abwarten des Sturms wird dann zu einem unserer schönsten Aufenthalte.

31.03.08

Nun meint das Wetter es aber gut mit uns. Bei ganz ruhiger See, nur gestört durch riesige Container- oder Kreuzfahrtschiffe, steuern wir den am Absatz von Italien gelegenen Hafen von Santa Maria di Leuca an. Schon bei der Ankunft zeigt man uns, was Service ist. Gleich 3 Mann stürmen auf jedes unserer Boote zu, um beim Anlegen behilflich zu sein.
Wir sind heilfroh, den Schritt nach Italien gemacht zu haben. Mit dem sicheren Gefühl, dass unsere Boote die nächsten 5 Wochen hier gut aufgehoben sind, fliegen wir von Brindisi über Rom nach Köln zurück. Nach Rom geht es mit einer über dreißig Jahre alten Mac-Donald-Douglas der Alitalia.
Die Maschine rappelt, die Sitze sind nicht fest und der Pilot kurvt auf dem römischen Flughafen herum, als wäre er ein Formel 1 Pilot. Wir haben den Eindruck, dass auf unserer Schiffsreise die Taxifahrten und Flüge die gefährlichsten Momente sind.


2. Etappe


10.05.08

Wir sind wieder in Bari gelandet und kommen auf abenteuerliche Weise nach Santa Maria di Leuca (200km von Bari). Wir wollen uns hiermit nochmals für den hervorragenden Service in der Marina Colaci Mare – Marina di Leuca bedanken. Die Schiffe sind im besten Zustand. Nachdem ich noch die immer wieder defekte Pumpe vom Autopiloten gewechselt habe und der Techniker, der die Werkseinstellungen überprüfen soll, nicht kommt und die Crew von der Liberty uns alles leergetrunken hat, fahren wir leichten Schiffes über den Golf von Taranto nach Crotone. Wir können beobachten, wie man eine neue Bohrplattform zur Gasgewinnung platziert.

13.05.08

Vor unserer nächsten Station "Roccella Ionica" hätten wir eigentlich gewarnt sein müssen. Zum einen finden wir eine unschöne Geschichte im "Italian Water Pilot", in der eine Havarie mit einigen Verletzten in der Hafeneinfahrt beschrieben wird. Zum anderen liegt direkt neben der Einfahrt zum Hafen ein Wrack am Strand, das uns Anlass zum Nachdenken hätte geben müssen.

13.05.08

All das kann uns aber nicht erschrecken! Ich fahre mit meiner Atlantic 444 -der Summer Breeze -hinter den ersten ca. 2m hohen Brechern mit Vollgas entlang der Sandbank (ca. 200m lang als Verlängerung der Hafenmauer) hinein in den Hafen. Was die Summer Breeze kann, kann die Liberty auch, denkt K.W. Müller, also hinterher und hinein in den Hafen. Merkwürdig ist nur, dass man in diesem Hafen wirklich niemanden antrifft oder sieht.

Am nächsten Morgen, wir denken an nichts böses, wird es so schlimm, dass wir für Sekunden fürchten müssen: "Jetzt ist alles aus". Was ist passiert? Die Liberty fährt vor mir heraus. Ich kann die See wegen der hohen Hafenmauer nicht sehen, fahre noch halb verschlafen hinterher und sehe nur noch die beiden Propeller der Liberty auf einer 4m hohen Welle vor mir. In Sekunden ist die Liberty verschwunden. Nun werde ich hellwach: Zurück geht nicht mehr, weil BB die Sandbank mit der Welle auf mich zukommt und SB in ca. 100 Metern schon der Strand war. Also nur noch Gas geben in der Hoffnung, dass die Sandbank zu Ende ist, das Boot in die Welle drehen, Augen zu und durch! Im nächsten Moment sehe ich auch schon die Liberty wieder.

Sie ist, wie mir K.W. Müller erzählte, im freien Fall 3m von der Welle nach unten gestürzt. Diese Prozedur wiederholte sich etwas abgemildert dann mit der zweiten Welle noch einmal.
Dann sind wir wieder im tiefen Wasser mit schön langgezogenen 2-3 m Wellen. Erfreulicherweise gibt es keine größeren Schäden. Unsere Schiffe kommen heil in Messina auf Sizilien an. Wir sind mächtig stolz darauf, zwei so gute Boote zu fahren. Die Liberty ist bereits 31 Jahre alt (eine Powless 36 mit 2x 180PS) und die Summer Breeze, eine zehn Jahre alte Atlantic 444 von Holland Yachting in Workum mit 2x 376PS.

Messina ist eine sehr interessante Stadt, die nicht nur 1906 fast 60.000 Tote durch das letzte Erdbeben zu beklagen hatte, sondern dadurch auch noch ½ Meter komplett abgesunken ist.

15.05.08

Wir passieren die Strasse von Messina und beobachten das Phänomen, dass die Strömungen des jonischen und thyrrenischen Meeres gegeneinander arbeiten, so dass es überall Strudel gibt.

Zurück zu führen ist dies auf die unterschiedlichen Wasserstände und den unterschiedlichen Salzgehalt des Wasser. An der Ausfahrt aus der Strasse vom Messina liegen konsequent auch die in der Odyssee schon bekannten Strudel Scylla und
Charybdis, von deren Tätigkeit wir aber nichts bemerken. Einer der Strudel soll ja erdbebenbedingt auch seine Tätigkeit irgendwann um 1900 eingestellt haben.
Auf der Fahrt zur Insel Vulkano sehen wir seltsame Fischerboote, die nach oben einen Mast von gut 20 Meter Höhe haben und nach vorne einen gut 20 Meter langen Ausleger haben. Es handelt sich um Spezialschiffe für die Schwertfischjagd. Die Schwertfische schlafen kurz unter der Wasseroberfläche. Von dem Aussichtsturm aus werden sie ausfindig gemacht. Die Schiffe fahren dann mit dem Ausleger über die schlafenden Fische, so dass sie vom Ausleger aus harpuniert werden können.

16.05.08

Wir erleben nun auf dem Weg nach Camerota die bizarren Felsen zwischen den Inseln Vulkano und Lipari.
Wir passieren den alle 15 Minuten speienden Vulkan Stromboli und wundern uns, dass es dort eine Ortschaft gibt und die Menschen seelenruhig am schwarzen Strand liegen.

17.05.08

Salerno, so etwas haben wir noch nie erlebt. Ganz Salerno ist in der Nacht auf den Beinen. Es ist höllisch laut auf den Straßen. Jeder schreit oder telefoniert. Kinder spielen zwischen den vielen Menschen und um Mitternacht stehen die Leute immer noch Schlange vor den Restaurants. Diese Stadt ist irre, irre, irre.
Eigentlich soll Neapel unser nächstes Ziel sein, weil der Sohn von KW Müller per Flugzeug dort ankommen soll. An sich war Capri geplant.

Hier haben wir aber tagelang keine Zusage für einen Liegeplatz bekommen. Als wir nun an Capri vorbeifahren, können wir es doch nicht lassen, diese wunderschöne Insel näher zu besichtigen. Wir laufen in den Hafen ein. Aus reinem Zufall kommt gerade der Hafenmeister vorbei. Wir sprechen ihn an und bekommen aufgrund des persönlichen Kontaktes doch noch zwei Plätze, obwohl der Hafen wegen der laufenden Rolexregatta schon überbelegt ist. K.W. Müller holte seinen Sohn in Neapel mit der Liberty ab.

Wir bleiben auf Capri und freuen uns, einmal auf dieser Insel einen Schiffsaufenthalt erleben zu können.

Unsere Freude wurde am übernächsten Morgen stark eingetrübt, als es an die Bezahlung der Hafengebühren ging. Wir waren ja schon an die 70-80 € Liegegebühren in Italien gewöhnt. Jetzt aber mussten wir für jedes Boot pro Nacht 180 € bezahlen – mit Abstand der teuerste Übernachtungspreis auf der Reise! Wir wollen jetzt nach Ischia übersetzen, kommen aber nur ca 3 km weit an der blauen Grotte vorbei. Hinter der Insel empfangen uns gute 4-5m hohen Wellen. Wir brechen ab und fahren wieder zurück in den Hafen. Dort werden wir wieder freundlich mit einem "Welcome to Capri" empfangen. Bei diesen Preisen ist die Freundlichkeit kein Wunder! Der Sturm dauert gute 4 Tage! Selbst der Fährverkehr nach Ischia ist eingestellt. Unsere Freude an der Trauminsel Capri vermindert sich ebenso wie der Umfang unserer Geldbörsen!

In Folge der Verzögerung fällt unser Ausflug nach Ischia aus. Unsere Flüge sind ja schon fest gebucht. Wir fahren direkt Richtung Norden an Ischia vorbei zum Festland. Dabei lernen wir die hässlichen Seiten Italiens bzw. der Italiener kennen. Nach ca. 70 sm Fahrt kommen wir abends schon recht müde in Filice Circeo an und suchen einen Liegeplatz. Die Hafenmeisterin schmeißt uns einfach raus mit den Worten "Full" oder "Privado", obwohl noch Platz zu sehen ist. Mit der Bemerkung "Wir sollen gefälligst italienisch reden" wird das Funkgerät einfach abgeschaltet. Tarrocino ist für unsere Boote zu klein, also steuern wir Nettuno an (27sm weiter). Hier sind zwar zwei Molen frei. Trotzdem verweist man uns aus dem Hafen mit dem bekannten "Privado". Auch in Anzio finden wir keinen Platz. Wir sollen "draußen auf See ankern". Im Halbdunkel finden wir aber eine wegen des Feiertages geschlossene Werft, wo wir beide einfach anlegen.

23.05.08

Bevor die Werftarbeiter am nächsten Morgen kommen, verlassen wir den Platz und fahren nach Rom, unserem Etappenziel. Hier erleben
wir noch eine Episode, die uns viel Schweiß und Aufregung kostet:
Von Sizilien bis Korsika haben wir telefoniert, um 2 Liegeplätze für
die 4 Wochen bis zu den Sommerferien zu bekommen. Jedoch kann
uns kein Hafen diese Plätze zusagen. Über Telefon bekommen wir
von einem römischen Hafen eine Telefonnummer, die wir anrufen sollen. Gesagt, getan! Wir bekommen zwar keinen Platz im Wasser. Aber an Land sind die 4 Wochen für 2 Boote kein Problem. Also sagen wir zu und freuen uns schon auf den Rückflug am 24.05.08.

Wir kommen nun in Rom Ostia an und erkundigen uns nach unserer Gesprächspartnerin sowie nach der Werft. Niemand kennt die Dame. Auch auf der Werft ist die Dame und unsere Reservierung unbekannt. Anhand der Telefonnummer bekommen wir heraus, dass es sich gar nicht um eine römische Telefonnummer handelt. In der Zwischenzeit ist viel Zeit verstrichen. Es ist schon Nachmittag. Wir müssen uns eingestehen, dass wir den Namen der Werft und den Hafen verwechselt haben. Wir dachten, wir hätten mit Rom Ostia telefoniert und hier die Landplätze gebucht. In Wirklichkeit wurde das Gespräch mit Cittavecchia und der dortigen Werft geführt. Cittavecchia liegt ca. 100 km weiter nördlich. Diese Stadt können wir nicht mehr erreichen. Also verlegen wir uns aufs Verhandeln in der römischen Werft. Nach langem hin und her bekommen wir dann in Rom die Möglichkeit, unsere Boote an Land setzen zu lassen, woraufhin uns ein Stein vom Herzen fällt.

Nach allen Formalitäten ein neues Problem: Als der Werft-Chef sieht, dass die Liberty "nur 11m" lang ist sagt er:, "Das geht nicht, die fällt uns durch den Kran." Nun stehen wir wieder da. Auf der Werft stehen nur Boote ab ca. 60 Fuß! Wir schafften es aber doch noch, ihn umzustimmen, wobei uns die freundlichen Arbeiter auf der Werft helfen. Das Hebezeug wird einfach verkleinert.



3. Etappe

24.06.08

Wir landen anfangs der Sommerferien wieder in Rom, um unsere letzte Etappe anzutreten. Leider finden wir unsere Boote ohne den versprochenen Landstrom wieder, sodass alle Batterien (bei der Summer Breeze 11 und der Liberty 4) total leer waren.
Für die Liberty müssen 2 neue Batterien beschafft werden (680 €). Dies ist schon teuer! Ich hoffe, dass sich meine Batterien wieder aufladen lassen. Dem ist aber nicht so. Ich muss in San Remo 2 Starterbatterien ausbauen. Hier kosten sie 920 € (!).

28.06.08

Es geht wieder weiter. Über Cala Galera zur Insel Elba, wo wir uns noch das Fußball-Europameisterschafts-Endspiel Deutschland gegen Spanien anschauen und danach direkt Kurs auf Bastia nehmen (Korsika). Auch dort, wie schon in so vielen anderen Häfen, machen wir eine feierliche Clubflaggenübergabe der Flagge des KAMC mit dem Kölner Wappen.
Wie so oft erzählen wir die Geschichte unsere Clubs sowie die des Wappens von Köln: 3 Kronen = Gebeine der hl. 3 Könige von Jerusalem – 11 Flammen = Die Geschichte der 11.000 Jungfrauen der heiligen St. Barbara.

30.06.08

Wir wechseln nun nach Macinaggio, um von dort den Sprung nach San Remo zu machen. Es ist eine ruhige (1200 U/min) Überfahrt, nur unterbrochen von Horden von Delphinen.

02.07.08

Wir haben in San Remo das Gefühl dass unsere Boote immer kleiner werden weil wir eingekeilt zwischen Megayachten liegen.

Das dieses Gefühl sich bei der Ankunft in Monaco noch megamässig aufbauen soll, haben wir nicht erwartet. Es gelingt uns tatsächlich, auch noch 2 Liegeplätze im Hafen von Monte Carlo zu bekommen und zwar genau an der Rennstrecke der Formel 1.

04.07.08

Monte Carlo ist natürlich ein Highlight. Was ist das für eine Stadt, einfach phantastisch! Anschließend können wir unseren eingeflogenen Studenten aus Maastricht (Sohn) in Nizza herzlich zur Mitfahrt begrüßen. Es geht weiter nach St. Tropez. Nun habe ich das Pech und mein Sohn das Glück, dass wir wegen dem Sturm nicht weiterkommen. Er hat viel Zeit zum Bummeln und Einkaufen, wovon er dann auch reichlich Gebrauch macht.

09.07.08

Ich bin froh weiterzukommen, um in der Bucht von Cavaliere, am Cap Nègre, einen wunderschönen Tag mit der Familie meines Schwagers Henk, der dort gerade Urlaub machte, zu verbringen.

Wir haben schon seit Rom täglich 30 – 35 Grad Hitze. Umso mehr sind wir überrascht, dass wir 6km vor der Einfahrt zum Hafen Bandol in eine dicke Nebelwand fahren. Aber mit Radar und den anderen nautischen Geräten haben wir absolut kein Problem, den Hafen zu finden. Auf dem Weg dorthin tauchen geisterhaft andere, im Nebel stehende Boote auf, die sich erfreut uns anschließen, weil wir ihnen den Weg weisen können.

11.07.08

Wir wollen im alten Hafen von Marseille direkt SB am Yachtclub festmachen. (Da gibt es auch ein fantastisches Restaurant) Leider müssen wir aber feststellen, dass wegen des Nationalfeiertags (14.07) kein Platz mehr frei ist und so wechseln wir zur gegenüberliegenden Insel Frioul. Da wir wiederum wegen Sturm (Mistral) nicht weiterkommen, benutzen wir die Fähre, um uns Marseille anzusehen. Auch wechselt meine Crew. Mein Sohn Marc mit Wolfgang fliegen ab und der Sohn von K.W. Müller, Christian mit Freund fliegen ein.

15.07.08

Über den Golf von Lion und durch den Kanal von Port St. Louise erreichen wir endlich die Rhone und fahren bei sehr starkem Mistral noch bis Arles.
Ein absolutes "Muss" ist die Stadt Avignon am nächsten Tag. Wir haben das Glück genau zum "Festival D’Art" zu kommen mit seinen vielen Theatergruppen. Natürlich darf die Besichtigung des Papstpalastes nicht fehlen.

21.07.08

Über Viviers, Valence, Roches-de Condrieu und Trevaux erreichen wir Chalon sur Saone. Dort geht an der Liberty ein Anlasser kaputt, sodass wir einen Tag länger bleiben müssen.

25.07.08

St. Jean de Losne kennt jeder Frankreich-Skipper.

Hier wo 5 Wasserstrassen zusammenkommen, fängt jetzt die Arbeit an: Wir haben über 120 Schleusen im Rhein-Rhone Kanal mit den Maßen 33m x 5.5m zu bewältigen.

Unsere Boote sind aber 15m x 5m und 11m x 4.3m (mit Fender). Wenn dann noch wie üblich einige Klampen an der Schleuse fehlen, wird es schwierig die Boote zu halten. Bis Dole, dem "Klein Venedig" am Kanal, können wir die ersten Übungen machen.

Trotzdem hängt die Liberty direkt in der ersten Schleuse hinter Dole fest, weil man während der Ausfahrt zu lange gequatscht hat und die Schleuse genau nach Ablauf einer gewissen Zeitspanne automatisch wieder schließt!

 

Wir können das Schiff mit dem elektronischen Drücker vom Oberwasser aus wieder befreien. Leider bleibt uns ein Besuch des Hafens von Besancon versagt, da wir nicht genug Wassertiefe haben.

Wir machen deshalb am neuen Steg vor dem Tunnel über Nacht fest
und fahren in den nächsten Tagen über Baumes-les-Dames,
L’isle-sur-le Doubs, Montbeliard, Dannemarie bis Mulhouse.

 

Hier bestaunen wir das von Behinderten bemalte Rathaus, wirklich prachtvoll. Nun haben wir nur noch 2 Schleusen, um unseren Geräteträger samt Persenning und Bimini wieder aufzustellen. Prompt fängt es vor Niffer heftig an zu regnen. Glück gehabt! Eigentlich haben wir nun vor, nach Straßburg zu fahren, doch warnt man uns vor dem derzeitigen untiefen Kanal-Wasser, worauf wir den Nautic Club in Kehl anlaufen, um von dort, nur über die Rheinbrücke, Straßburg zu besuchen. Von dieser Stadt sind wir immer wieder begeistert, ganz besonders von der wunderschönen Altstadt.

 

Ferner sind wir von der exzellenten Gastronomie im Nautic Club Kehl
( es kommen bereits etliche Franzosen über die Brücke um hier zu
essen) sehr angetan. Auch hier, wie bereits in ca. 50 großen und weltbekannten Häfen werden feierlich die Club-Flaggen dem dortigen Club-Vorstand übergeben. Nach einer Fahrzeit von total ½ Jahr haben wir schon den Duft von Köln in der Nase. Also nur noch durch die Schleusen von Gamsheim und Iffezheim ( vom Mittelmeer Schleuse Nr. 140+141) den schönen Rhein runter.

Wir passieren den Mäuse-Turm, die Pfalz bei Kaub, kommen an wunderschönen Schlössern und Burgen vorbei bis zur Loreley und halten am letzten Abend in St. Goar, um auf der Burg Rheinfels, nach über 8000km unser letztes gemeinsames Abend-Diner einzunehmen. Dieses Schloss ist ein Gourmet- und Wellnesstempel.

05.08.08

Die letzten Kilometer lassen wir uns den Rhein runter treiben und werden von unseren Clubfreunden um 17:00 Uhr herzlich empfangen.

Auf diesem Wege möchte ich mich auch noch bei der Firma " Henk Jan Yachtservice " in Workum bedanken, der mir nicht nur ein gutes Sortiment Ersatzteile für diese über 8000 Km lange Reise mitgab, sondern auch zu jeder Zeit telefonisch mit Rat und Tat zur Verfügung stand.

Bedanken möchte ich mich auch bei unserem Präsidenten K.W. Müller (ohne ihn wäre ich gar nicht gefahren), der für alle Probleme an meinem, sowie an seinem Boot eine Lösung hatte.

Der Autor Jürgen Broich

Alle, die Tipps zu dieser Reise haben möchten, können sich über unsere KAMC-E-Mail-Adresse melden.

K.W. Müller oder ich stehen gerne mit Rat und Tat zur Verfügung. Jetzt bin ich aber erst einmal froh wieder heil und gesund zuhause angekommen zu sein. Nicht wenig verdanken wir das auch unseren Booten, der Powless 36 und der Atlantic 444, die sich absolut fantastisch bewährt haben.

Hier noch eine kleine Übersicht:

Wie sind fast ausschließlich in den Schulferien gefahren

2007 ging es vom 02.04 – 04.08
2008 ging es vom 13.03 – 05.08
Jeweils in 2x3 Etappen.

2007

vom 02.04 – 13.04 von Köln –Saal an der Donau
vom 18.05 – 29.05 von Saal – Wien
vom 21.06 – 03.08 von Wien – Kusadasi / Bodrum - Türkei

2008

vom 13.03 – 31.03 von Kusadasi – Santa Maria de Leuca - Italien
vom 10.05 – 23.05 von Santa Maria – Rom
vom 24.06 – 05.08 von Rom – Köln

Summer Breeze / Liberty

Gefahrene Kilometer Total: 4.243 / 4.251
Gefahrene Seemeilen Total: 2.549 / 2.756
Getankt Diesel Total: 13.226 L / 9.402 L
Durchschnittsverbrauch pro Km 1,47 L / 1,01 L

  KAMC  -  Kölner Autbord- und Motoryacht-Club e.V.
  An der Schanz 2
50735 Köln (Riehl)
Telefon: 0221 / 12 18 41
Telefax: 0221 / 12 46 15
E-Mail: info@kamc.de
Internet: www.kamc.de