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Km 687,5 LU Einfahrt zum Rheinauhafen Köln. Die Durchfahrtshöhe der Brücke ist 8,20 m minus Kölner Pegel.

  Kölner Pegel
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3. Etappe

vom 07.08.11 – 24.08.11
Stockholm ( S ) ‐ Elburg ( NL )
mit Marc und Sarah

07.08.11 Bei einem Wetter, so wie ich es mir in der Nähe des Polarkreises vorstelle, komme ich heute wieder in Stockholm an. Eigentlich habe ich mir sehr viel vorgenommen, doch der viele Regen behindert meinen mitgebrachten Elan so sehr, das ich das Boot nicht mehr verlasse.

08.08.11 Mein Sohn Marc mit Freundin Sarah sind heute aus Kiel kommend auch eingetroffen. Ich freue mich, mit den beiden die Rückreise anzutreten. Jedoch haben wir heute noch Zeit genug, um uns in dieser sehr schönen Stadt weiter umzusehen. Den ganzen Nachmittag besichtigen wir die Stadt, machen einige Hafenrundfahrten und treffen uns am Abend in Gamla Stan auf dem Stortorget Platz zu einem gemütlichen Abendessen.

09.08.11 Da Marc und Sarah mit einem Kreuzfahrtschiff vor zehn Tagen schon einmal hier waren, aber nur sechs Stunden Zeit hatten, um die Stadt zu besichtigen, was natürlich viel zu wenig ist, haben wir den heutigen Tag noch für sie reserviert. Ich kümmere mich derweil ums Schiff, damit wir morgen starten können.

10.08.11 STOCKHOLM ‐ TROSA SL 2 ‐ sm 5
Wir sind bei der Ausfahrt von Stockholm wieder von der wunderschönen Umgebung fasziniert. Dieses Spiel der Natur zwischen Wasser, Felsen und Wälder saugen wir förmlich in uns auf. Unseren ersten Rückreisetag könnte man als sehr abwechslungsreich bezeichnen. Bis Mittag haben wir noch schöne Sonne. Über den Södertälje‐Sund Kanal erreichen wir aber dann, in strömendem Regen, die Schleuse Södertälje. Soviel Wasser auf einmal haben wir noch nie gesehen. Es ist ein Hammer. Zuerst müssen wir lange auf die Schleuseneinfahrt warten, und als wir dann endlich drin sind, beginnt unser Unheil. Wir wundern uns ,warum wir schon eine Stunde in der Schleuse stehen müssen, und nichts tut sich . Als dann immer mehr Boote kommen und die JUNO auch noch dazu kommt, erfahren wir vom Schleusenwärter, dass die Strassenbrücke nicht geöffnet werden kann. Warum aber, erfahren wir etwas später von zwei hilflos herumlaufenden Kanalangestellten. Die Brücke hat unter der Straße einen so genannten Bunker, worin beim Öffnen der schwere Betonklotz, der als Kontergewicht fungiert, einfährt. Da durch die riesigen Wassermassen dieser Bunker vollgelaufen ist, vermutlich ist der Abfluss verstopft, kann der Betonklotz dort nicht mehr versenkt werden. Es dauert noch mal über eine Stunde, bis die Kanalangestellten es aufgeben. Als wir uns schon auf die Übernachtung eingestellt haben, sehen wir vor der Schleuse ein großes Boot, das ganz langsam rückwärts zur Brücke kommt. Zuerst können wir uns keinen Reim darauf machen, aber dann sehen wir, wie lange und dicke Schläuche zum Abpumpen der Bunkerkammer verlegt werden. Eigentlich will ich , wegen der Verspätung, in Södertälje übernachten. Habe aber die Wartezeit genutzt, um mit dem Kapitän der JUNO einen wenig Small Talk zu halten , und dabei erfahren, dass er heute doch noch an Trosa vorbei fährt. Das ist natürlich für uns wie ein Geschenk. Denn nun können wir der JUNO durch die Stockholmer Schären folgen, und sie wird uns auf wundersame Weise bis nach Trosa führen. Und tatsächlich, trotz dieser langen Unterbrechung und mehreren Schärenengpässen, laufen wir um 19.00 Uhr ganz entspannt im YH Trosa ein. So wird dieser Tag noch zum Erfolg.

11.08.11 TROSA ‐ ARKÖSUND
( Pro Marina ) SL 0 ‐ sm 40

Obwohl man uns, wegen der Größe unseres Bootes, davon abgeraten hat, wollen wir heute Morgen, bei mäßigem Wind und etwas Sonne, trotzdem die schwierigste aber auch schönste Strecke fahren. Von Trosa aus gehen wir direkt in südlicher Richtung an Nyköping vorbei durch den Öxelosund und dann weiter durch die Braviken bis

 

12.08.11 ARKÖSUND ‐ VÄSTERVIK SL 0 ‐ sm 57
So langsam macht sich unsere permanente Übung mit den Schären bezahlt. Wir haben kein mulmiges Gefühl mehr, sondern freuen uns ,durch diese grandiose Landschaft zu fahren. Wir kommen heute schnell voran. Nach der Vägopassage fahren wir am Leuchtfeuer Sandö vorbei, dann an Stora Asko und der Insel Hasselö in südlicher Richtung weiter auf Västervik zu, die Stadt mit seiner großen, wechselhaften Geschichte. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts konnte man einige Felsstücke über der Wasseroberfläche vor der Mündung zur Gamlebyviken sehen.

Die neuerlich hochgekommenen Klippen hatten zur Folge, dass man Hindernisse für fremde Schiffe errichten konnte, die nach Västervik wollten, das zu dieser Zeit ganz hinten in der Gamlebyviken lag, dort, wo sich heute Gamleby befindet. Rund hundert Jahre später wurden eine ganze Reihe neue Inseln sichtbar. Man begann diese zu bebauen, dank der Tatsache, dass Herzog Albert von Mecklenburg sich mit dem reichen BO Jonsson Grip anfreundete. Diese Verbindung brachte es mit sich, dass man Västervik als Steuerlandkreis nutzen konnte. Dies war der Beginn des Zuzugs und der Bebauung. 1430 gab König Erik von Pommern den Befehl, die Stadt vom hinteren Mündungsarm nach vorne in den Mündungseingang zu verlegen. Über Jahrhunderte wurde seitdem die Stadt, sie hieß damals Stäkeholm, von den Dänen angegriffen und oft in Brand gesteckt. Die damaligen Stägholmer ließen sich aber nicht entmutigen und bauten ihre Stadt jedes Mal wieder auf, das heutige VÄSTERVIK

13.08.11 VÄSTERVIK ‐ BORGHOLM / Insel Öland SL 0 ‐ sm 58
Eine spannende und verzauberte Welt erleben wir heute wieder in den Schären.
Wenn nur nicht die Betonnung so miserable wäre. Ich wiederhole mich zwar, aber die Bojen sind wirklich kaum zu sehen. Wir suchen zu Dritt mit dem Fernglas nach ihnen. Man ist dadurch und natürlich, auch durch die Nähe zu den Felsen, doch mehr angespannt, als man sich eingesteht. Die Entspannung kommt wieder im großen Kalmar Sund, um zur Insel Öland zu kommen. Dort im schönen Hafen von Borgholm, der fast leer ist, der Hauptstadt von Öland, lassen wir es uns wieder gut gehen. Eine riesige Oldtimer Show, nur mit der Marke Jaguar, lässt unsere Herzen höher schlagen. Borgholm ist eine richtig schöne und gemütliche Kleinstadt.

14.08.11 BORGHOLM ‐ SANDHAMN SL 0 ‐ sm 59
Günter, der Berliner, hat mir aus seiner langjährigen Schweden ‐ Erfahrung Karlshamn, als zu klein für uns, nicht empfohlen, sondern Sandhamn, was wir auch später feststellen. Nachdem wir die Brücke Kalmar sowie das Richtfeuer Garpen‐Utgrunden passiert haben, kommen wir in den Hafen von Sandhamn. Im ersten Moment dachten wir, der Berliner hat uns verschaukelt. Wir stehen in einer einzigen Einöde. Ein Betonsteiger von ca. zehn Meter Breite und fünfzig Meter Länge sowie einer Wasserhöhe von 1,50 m. Zur Seeseite total offen und auf der Rückseite hängen wir fast im Schlamm. Wir legen uns trotzdem auf die freie Rückseite und das erweist sich als unser Glück. In der folgenden Nacht kommt ein heftiger Sturm auf. Wir sind heilfroh mit unserem Liegeplatz, denn durch den hohen Steiger werden wir sehr gut geschützt, im Gegensatz zu den Schiffen auf der Seeseite. Sie tun mit wirklich leid, fast 24 Stunden knallen sie dauernd gegen die Betonwand, da wegen des Wellengangs eine kurze Leine nicht möglich ist.

15.08.11
Den heutigen Liegetag nutzen wir zum Erkunden der Gegend und stellen fest, dass wir tatsächlich in dem anderen Hafen keinen Platz gefunden hätten. Kleinere Reparaturen und Reinemachen ist angesagt. Jedoch sind wir sehr verwundert, als wir feststellen, dass hinter uns eine Segeljacht aus Australien festmacht. Das alleine wäre nicht verwunderlich, aber die Crew , sie besteht aus zwei 80jährigen Freundinnen. Respekt kann man da nur sagen. 

16.08.11 SANDHAMN ‐ SIMRISHAMN SL 0 ‐ sm 6
Mit dem Glauben an den Wetterbericht fahren wir um 9.30 Uhr los. Während der Überfahrt bemerken wir schon seit Stunden ein großes Feuer an Land. Je näher wir kommen, bemerken wir zwei Löschhubschrauber. Wie wir später erfahren, ist in einer Papierfabrik das offene Betonsilo, so groß wie ein Fußballfeld, mit Spanabfall, in Brand geraten. Wir überqueren nun die HANÖBUKTEN und glauben durch die Landseite geschützt zu sein. Doch dauert es nicht lange, bis uns die ersten zwei Meter Wellen vor den Bug kommen.

In der Mitte der Hanöbucht, dort hatte ich mit ruppigem Wetter gerechnet, ist es überraschenderweise ruhig. Doch je näher wir an die Küste von Simrishamn kommen, dort habe ich mit ruhigem Wasser gerechnet, wurde es erst richtig ruppig. Das war so ein typischer Tag, den man am besten schnell wieder vergisst.

17.08.11 SIMRISHAMN ‐ GISLÖVS LÄGE / Trelleborg SL 0 ‐ sm 50
Wir müssen leider noch mal tanken. Durch die gestrige Fahrt haben wir wieder mehr verbraucht und ich fahre aus Prinzip nicht mit nur halb vollen Tanks, weil man nie weiß, was noch kommen kann. Es schmerzt in Schweden sehr , bei einem Literpreis für Diesel von umgerechnet 1,83 Euro. Von den 9300 SK sind alleine 2386 SK Steuern. Dazu kommt noch, dass man doppelt besteuert wird. Ich sehe auf der Quittung einmal 25 % Steuern und einmal 6 % Steuern. Warum, weiß nur der Teufel und der schwedische Fiskus. Nach dem Tanken nehmen wir uns vor, nach Trelleborg zu fahren. Sehen in der Ferne , da wir die Südspitze von Schweden umfahren, die bekannte Stadt YSTAD. (Wallanderstadt genannt) Auch hier müssen wir, wie in den letzten Tagen , mit mehr Motor fahren, um die Wellen auszugleichen. Doch beim Studieren der Seekarten finden wir keinen Sportboothafen in Trelleborg. Ich denke, man hat ihn aus dem Fährhafen in die ein paar Kilometer vor Trelleborg gelegene Stadt GISLÖVS LÄGE verlegt. Dort angekommen, sind wir überrascht, wie groß und wie voll er ist. Wir finden keinen Platz. Die Plätze, die noch frei wären, sind von deutschen Seglern doppelt belegt, d.h., die Boote sind so festgemacht, dass sie zwei Plätze einnehmen. Natürlich ist niemand zu finden um das in Ordnung zu bringen.
Auch das ist sehr unsportlich. Wir finden dann zwischen den Fischerbooten , auf der anderen Hafenseite, noch eine Möglichkeit zum Anlegen. Das Gegenteil von Unsportlichkeit erfahren wir drei am Abend im Bus nach Trelleborg. Beim Fahrer wollen wir Tickets kaufen und hören, dass das nicht geht. Nur an bestimmten Automaten oder über Handy. Das können wir aber nicht. Wir fragen, was wir machen können, darauf antwortet der Fahrer,“ setzt euch hinten rein und genießt die Fahrt“, und wünscht uns noch einen schönen Abend. Bei der anschließenden Stadtbesichtigung sehen wir ein zwangloses Oldtimertreffen. Zum Abschluss des Tages, und weil wir heute den letzten Tag in Schweden verbringen, gehen wir im Fährhafen in das Skyline Restaurant und können das ganze Treiben im Hafen beobachten. Wir sind überrascht, wie viele Lkws auf so einer Fähre Platz haben. Wir haben das Zählen nach einer Stunde aufgegeben. 

18.08.11 GISLÖVS LÄGE ‐ FEHMARN SL 0 ‐ sm 95
Der Tag ist zum Fahren wie geschaffen. Um ihn richtig auszunutzen, sind wir bereits um 7.00 Uhr unterwegs. Bei total glatter See wollen
wir sehen, wo wir heute stranden. Gedacht ist eventuell an Gedser. Wir genießen mit unseren 8 – 9 Knoten , bei absoluter Windstille, von Stunde zu Stunde, diese wunderschöne und ruhige Überfahrt, nur unterbrochen von einigen Fähren, die Richtung Lübeck oder Gedser unterwegs sind. Die See ist ruhig, unser Schiff liegt ruhig, die
Motoren summen vor sich hin und wir kommen viel besser voran als gedacht.

Passieren die Kreidefelsen der Inseln Mön und Falster. Gedser haben wir fast übersehen und nehmen Kurs auf die Insel Fehmarn. Als Fehmarn dann so langsam in Sicht kommt, wird die See unheimlich ruhig. Das gefällt mir nicht . Wir wissen, dass für Morgen ein Sturm angesagt ist, und hoffen nur, dass er nicht jetzt schon, nur einige Kilometer vor Fehmarn, ausbricht. Aber alles geht gut. Zu unserer Verwunderung finden wir einen kreisrunden YH Burgtief vor. Es gibt nur an bestimmten Stellen Boxen für fünf Meter breite Schiffe. Dort legen wir an und harren der Dinge. Mein Gefühl hat mich auch diesmal nicht im Stich gelassen. Schon in der Nacht fegt ein heftiger Sturm über Fehmarn. Wir liegen leider querab und ich habe die Sorge, dass möglicherweise unsere Persenning das nicht aushält, und verstärke sie mit noch ein paar Leinen. Auch das Boot müssen wir mit zusätzlichen Leinen absichern.

19.08.11
Den ganzen folgenden Tag stürmt es gewaltig. Das Beiboot unseres zweiten Nachbarn, es war nur mit einer Leine am Heck angebunden, flog in hohem Bogen dauernd durch die Gegend , sodass wir fürchten mussten, dass es sich löst und uns um die Ohren fliegt. Trotz allem lassen wir uns nicht unterkriegen und finden doch noch den Weg zum "Haus am Strand". Mit einem leckeren Essen muss ich mich einmal bei meinen Crewmitgliedern, Marc und Sarah, für die gute Zusammenarbeit bedanken. 

20.08.11 FEHMARN / Burgtief ‐ KIEL / Laboe SL 0 ‐ sm 41
An eine heutige Weiterfahrt nach so einem Sturm haben wir wirklich nicht gedacht. Doch sehen wir, wie bis zum Mittag, immer mehr Boote den Hafen verlassen. Wir gehen kurz rüber zur Seeseite um uns die Situation anzusehen und stellen fest, dass die See wider Erwarten ruhig ist. Also beschließen wir, unsere Reise Richtung Kiel fortzusetzen, zur Heimatstadt von Sarah. Es läuft besser, als wir vermuten. Somit stand dem Event mit Sarahs Eltern am Nachmittag in Laboe, mit Kaffee und Kuchen, nichts mehr im Wege.

 

22.08.11 CUXHAVEN ‐ INSEL BORKUM SL 0 ‐ sm 100
Wirklich hart wurden die ersten zwei Stunden. Obwohl wir um 6.30 Uhr mit der Tide auslaufen, kommen wir nur mit Mühe voran. Die mit unglaublicher Geschwindigkeit fahrenden Riesenmonster ,die alle Richtung Hamburg unterwegs sind, machen uns mit ihren Bugwellen, fast so hoch wie unser Schiff, jetzt richtig zu schaffen. Nach drei Stunden können, und müssen wir uns mit einem anderen Kurs, etwas von der Fahrrinne entfernen und damit wird unser Problem noch größer. Denn jetzt bekommen wir die Wellen genau querab.
 

Trotz der Maschinenkraft kommt es, wie es kommen muss, unser TV‐ Gerät in der Achterkabine fliegt in der Gegend herum und beschädigt einige Schrankteile. Als ich sehe, wie viel Spaß unsere Kieler Sprotte (Sarah) bei diesen hohen Wellen hat, lasse auch ich mich nicht entmutigen und wir kämpfen weiter gegen die raue Nordsee. Um 17.00 Uhr stehen wir, festgemacht auf Position 53 33 50 N – 006 44 60 E, im YH auf Borkum.

21.08.11 KIEL ‐ CUXHAVEN SL 2 ‐ sm 79
Trotz der fast fünfhundert Schiffe in Laboe hat die dortige kommunale Tankstelle in der Hochsaison am Sonntag geschlossen. Deshalb fahren wir auf die andere Seite der Kieler Bucht in den YH Strande und bunkern noch einmal sechshundert Liter. Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir nun zum NOK (Nord‐Ostsee‐Kanal). Dort treffen wir noch mal kurz Sarahs Vater und dann geht’s ab in die Schleuse Holtenau. Wir unterhalten uns gemütlich mit unserem Vordermann und wundern uns, dass es nicht weitergeht, bis der Vordermann uns fragt,

ob wir die Kanalgebühren im Schleusenwärterhaus bereits bezahlt haben. Wussten wir nicht und deshalb mussten alle auf uns warten. Und wirklich, nach der Bezahlung öffnet sich das Schleusentor und wir sind das erste Mal im NOK. Wir haben die größten Befürchtungen, dass uns die Bugwellen der Riesendampfer umwerfen. Wir sind angenehm überrascht, dass dies nicht der Fall ist. Ich glaube, mein Schiff hat hier im NOK eine größere Heckwelle als dieses Containerschiff. Hundert Kilometer, jedes Mal so nah an diesen riesigen Monstern vorbeizufahren, die fortlaufend, wie an einer Kette gezogen, uns entgegen kommen, war ein absolutes Highlight. Um 17.00 Uhr sind wir bereits vor der Schleuse Brunsbüttel, und müssen dort, unverständlicherweise mit 6 oder 7 Sportbooten, bis 18.10 Uhr warten. (Mehrmals wurde die SL nach dem Verlassen eines Frachters leer wieder geschlossen.) Dann muss es auf einmal ganz schnell gehen und wir verlieren dabei noch einen großen schwarzen Fender. (Also Skipper, wer ihn findet, weiß nun, wem er gehört) Durch die lange Verzögerung müssen wir uns nun gegen die Tide bis Cuxhaven durchkämpfen. Das ist ja noch ein ganz schönes Stück. Zudem haben wir es mit den riesigen MSC Containerschiffen zu tun, die nun bei hohem Wasserstand Hamburg anlaufen können. Hier in der Elbmündung haben sie wirklich eine Bugwelle, vor der man sich hüten soll. Wir kommen fast im Dunkeln zum Hafen der Seglervereinigung Cuxhaven und finden tatsächlich noch einen guten Liegeplatz. Wir bewundern später das schöne Clubhaus mit Restaurant, wer will dann nach so einer langen Fahrt noch kochen? Wir konnten nicht widerstehen.

23.08.11 BORKUM ‐ BURGUM / Friesland SL 2 ‐ sm 59
Wegen erneuter Sturm‐ und Gewitterwarnung entscheiden wir ,unsere Route zu ändern, und fahren nicht übers Meer, sondern gegen die Tide in die Emsmündung nach Delfzijl, um von dort über die Kanäle, quer durch Friesland, zum Ijsselmeer zu gelangen. Gegen Mittag sind wir schon in Groningen, wo wir einen Zwischenstopp zum Einkaufen einlegen. Sogar hier werden wir noch von den Gewittern und stürmischen Winden eingeholt, sodass wir durchnässt vom Einkaufen zurückkommen. Doch egal welches Wetter wir jetzt haben, wir können auf dem Kanal gut weiterfahren. Im Nachhinein hat es sich wieder bestätigt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Fast alle Brücken müssen zur Durchfahrt geöffnet werden, was bei unserer jeweiligen Ankunft auch zügig erfolgt. Der angesteuerte Hafen erweist sich als sehr klein, kommen aber trotzdem noch unter. Der Hafen selbst ist klein aber fein. Doch das Stück Kanal um den Hafen herum finden wir wirklich sehr unschön. 

23.08.11 BURGUM ‐ ELBURG SL 2 ‐ sm 64
Dass wir heute überproportional gut vorankommen, haben wir einzig und alleine einem vor uns fahrenden Frachter zu verdanken, der nicht nur zu schnell fährt, sondern uns ohne Wartezeiten auch noch alle Brücken öffnet. Einige Kilometer vor der Schleuse Prinses Margriet in Lemmer wird es stark diesig. Wir passieren auch hier wiederum zügig die Schleuse , fahren ein Stück aufs Ijsselmeer und stehen vor einer dicken Nebelwand. Doch haben wir damit kein Problem. Für diese Situation habe ich vor Jahren schon das Rhein‐Radar‐Patent gemacht, um immer zu wissen, wie es weitergeht. Mit unserer großen Radaranlage kommen wir zügig voran. Ehrlich gesagt macht so eine Radar‐ oder Nachtfahrt richtig Spaß. Ich erinnere mich, dass ich vor Jahren im Mittelmeer, sechs Kilometer vor Bandol, in eine Nebelwand kam und  beim Einlaufen in den Hafen fünf Segler im Schlepptau hatte. Aber heute brauchen wir nur noch an Urk vorbei und weiter unter der Ketelbrücke hindurch in die Randmeeren, wo der Nebel auch schon wieder vorbei war. Jetzt nur noch die Roggebots Schleuse und wir sind nach zehn Wochen gesund und ohne Schaden am Ausgangspunkt unser "MITTSOMMERNACHTS REISE" wieder angekommen.


Fahrstrecke (umgerechnet auf km) 3230
Schleusen insgesamt 76
Reisezeit in Wochen (incl. 2 Pausen) 10

E N D E  
   

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